Rekonstruierter Limeswachturm und Grenzverlauf bei Großerlach-Grab

2000 Jahre Deutsche Teilung: Von Augustus bis Aldi

2000 Jahre Deutsche Teilung: Von Augustus bis Aldi – irgendwann und durch irgendwen wurde und wird Deutschland immer mal wieder geteilt. So was kommt und geht auch wieder. Mein Blogbeitrag zum Tag der Deutschen Einheit.

Deutsche Teilung 1: Vom 1. bis zum 5. Jahrhundert nach Christus trennte der Limes die römischen Provinzen Niedergermanien, Obergermanien und Raetien im Süden vom freien Germanien im Norden. Im Süden gab es gepflasterte Straßen, Villen mit Wasseranschluss und Fußbodenheizung, öffentliche Thermen, römisches Recht, Sicherheit und Ordnung. Die Monty Pythons haben das in ihrem Klassiker „Was haben die Römer je für uns getan?“ schön zusammengefasst (wenn auch nicht am Beispiel Germaniens). Im Norden gab es Freiheit von Rom oder, wie manche sagen, den Ostblock der Antike. Oder noch anders gesagt: Wäre Arminius nicht gewesen, läge Berlin heute in Haltern. Ein bisschen um die Ecke gedacht.

Deutsche Teilung 2: Von 1949 bis 1990 existierte die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und trennte Deutschland in Ost und West. Römerfreunde und Fans der Antike gab es bestimmt auch im Arbeiter-und-Bauern-Staat. Das Alte Museum beispielsweise beherbergte jedoch keine Antikensammlung. Die war im Westen (und einige Teile ganz weit im Osten). Das im 19. Jahrhundert vom Architekten Karl Friedrich Schinkel entworfene klassizistische Gebäude diente als Museum für DDR-Gegenwartskunst. In der Antike war das freie Germanien jedoch nicht gänzlich frei von Römern, wie die Funde der Schlacht am Harzhorn und die Mühlhäusener Ausstellung Roms verlorene Provinz gezeigt haben.

Deutsche Teilung 3: Im Jahr 1961 teilte der Lebensmittel-Discounter seine Geschäfte in Aldi Nord und Aldi Süd auf. Diese Wiedervereinigung steht noch aus. Und hat wahrscheinlich überhaupt keinen Bezug zur Antike und den alten Römern.

Die Grenzen auf den drei Karten habe ich selbst eingezeichnet und mich bemüht, die Trennlinien so korrekt wie möglich und nötig wiederzugeben.

Das Thema habe ich 2017 zum ersten Mal aufgegriffen und den Beitrag dann im August 2021 aktualisiert. Jetzt habe ich meine selbstgebastelten Karten mit ChatGPT professioneller gestalten lassen. Das Beitragsfoto zeigt übrigens die Rekonstruktion eines Limeswachturmes und Grenzverlaufs im Wald bei Großerlach-Grab im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg.

Wer sich für das römische Erbe interessiert, dem möchte ich meinen Blog hier, meinen YouTube-Kanal und meinen Instagram-Account empfehlen. Hinter den sichtbaren Objekten stecken oft interessante Geschichten. Im Januar 2025 beispielsweise erschien die Studie Roma Eterna? Roman rule explains regional well-being divides in Germany, die, wie der Titel andeutet, Unterschiede der heutigen Lebensqualität in Deutschland auf die Zeit der Römer zurückführt und empirisch belegt. Wer mehr wissen möchte, findet dazu einen Podcast auf meinem YouTube-Kanal.

Danke fürs Lesen. Möge Fortuna stets mit Dir sein.

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