
Die Nike von Samothrake zählt zu den gefeiertsten Skulpturen der Antike und verkörpert die griechische Göttin des Sieges, Nike. Heute befindet sich dieses herausragende Werk im Musée du Louvre in Paris, wo es in einer hervorgehobenen Position präsentiert wird. Die erhöhte Position am Kopfende einer breiten Treppe inszeniert die Statue auf dynamische Weise und erinnert gleichzeitig an ihre ursprüngliche Aufstellung an einem hochgelegenen Punkt im Heiligtum auf der griechischen Insel Samothrake in der nördlichen Ägäis. Die Präsentation erweckt den Eindruck, als schwebe die Göttin dem Betrachter entgegen oder lande gerade erst auf dem Schiffsbug.
Nachbildungen der Nike von Samothrake gehören zu vielen Abguss-Sammlungen und schmücken auch öffentliche Gebäude. Nachdem ich erst kürzlich eine Nike in der TU Berlin gesehen habe, fand ich jetzt die nächste Nike in einer Universität. Sie gehört zur benachbarten Archäologischen Sammlung des Instituts für Archäologie, Klassische Philologie und Altertumswissenschaften. Seit mehr als 100 Jahren steht sie jedoch im Lichthof des Hauptgebäudes der Universität Zürich, seit der Jahrhundertfeier der Universität 1933 an ihrem jetzigen Platz vor dem Halbrund des Treppenhauses.

Der Lichthof im Hauptgebäude der Universität Zürich wird heute als Aufenthaltsort von den Studierenden genutzt, für studentische Projekte, Messen und Informationstage, Zeremonien und Feierlichkeiten der Hochschule. Die Nike ist dabei nicht die einzige Reminiszenz an die Antike. An den Wänden umlaufen den Saal zahlreiche Abgüsse der Metopen vom Parthenonfries aus dem British Museum und dem Louvre sowie weitere Darstellungen. Gegenüber der Nike von Samothrake befinden sich die zwei Friese mit den Abgüssen der Zeus- und Athena-Gruppe des Berliner Pergamonaltars.

Im Gebäude des Instituts für Archäologie, Klassische Philologie und Altertumswissenschaften (IAKA) in der Rämistrasse 73 mit der Archäologischen Sammlung befindet sich die verkleinerte Rekonstruktion der Nike von Samothrake auf dem Schiffsbug. Es ist die Gipskopie des 150 Jahre alten Modells von Otto Benndorf und Kaspar Zumbusch, nach dem Vorbild der Nike auf den Tetradrachmen-Münzen des Demetrios. Es zeigt, wie die Siegesgöttin mit wiederhergestelltem Kopf und Armen ausgesehen haben könnte. In der rechten Hand hält sie eine Trompete, in die sie bläst. In der linken Armbeuge liegt eine Art Trophäenkreuz von einem feindlichen Schiff, dessen Stab sie mit der linken Hand hält.

Webseite der Universität Zürich und auf Google Maps.
Danke fürs Lesen. Möge Fortuna stets mit Dir sein.
2 Kommentare zu „Die Nike von Samothrake in der Universität Zürich“
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Definitiv schöner als in Berlin! Danke für den schönen Beitrag am Sonntagmorgen, immer wieder ein Vergnügen.
Viele Grüße
Judith Schewe-
Da sind wir einer Meinung, liebe Frau Schewe. Vielen Dank und viele Grüße sendet Stefan Nährlich
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